Sauerstoffpatienten

Sie haben die Möglichkeit, mit mir in meiner Privatpraxis eine individuelle konkrete Patientenverfügung für Sauerstoffpatienten zu erstellen!

Bitte vereinbaren Sie zusammen mit Ihrem Bevollmächtigten einen Termin.

Die notwendigen Unterlagen werden von mir zur Verfügung gestellt.

Warum braucht der Sauerstoffpatient eine spezielle Patientenverfügung?

Patienten mit einer Sauerstoff-Langzeit-Therapie befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium ihrer chronischen Lungenerkrankung. Sie sind medikamentös austherapiert" und haben trotzdem noch eine deutliche Hypoäxmie, d.h. sie leiden an einer Unterversorgung mit Sauerstoff.

Nach den Leitlinien für eine Sauerstoff-Langzeit-Therapie müssen diese Patienten rund um die Uhr, d.h. mind. 16 Stunden pro Tag ihren Sauerstoff in kleinen mobilen Kannen mit sich tragen.

 

Patientenverfügung für den Sauerstoffpatienten
PV für Sauerstoffpatienten.pdf
PDF-Dokument [1'020.5 KB]
Patientenverfügung LOT mit Dr. Krause-Michel
Birgit Flyer PV LOT.pdf
PDF-Dokument [307.7 KB]

Die Aussage des Arztes, lebenslänglich an einem Sauerstoffschlauch zu hängen, stürzt viele Patienten zunächst in eine echte Verzweiflung. Sie hadern mit ihrem Schicksal, ein Sauerstoffpatient zu sein und werden die lebensnotwendige Therapie zunächst vorwiegend in der Nacht nehmen, oder vielleicht, wenn es niemand sieht, vor dem Fernseher zu Hause. Sie fühlen ihre Lebensqualität durch die sichtbare Behinderung mehr eingeschränkt als ohne Sauerstoff, wenn sie sich noch wie ein "normaler Mensch" verhalten können. Im Laufe der Zeit ändert sich jedoch diese Einstellung: die Patienten spüren, dass sie nur mit Sauerstoff mobil sein können, d.h. sie benutzen den Sauerstoff immer mehr, bis sie ihn schließlich rund um die Uhr nehmen. Die Abhängigkeit vom Sauerstoff wird immer größer, wobei es sich nicht nur um eine körperliche Abhängigkeit handelt, sondern auch um eine psychische Abhängigkeit. Die Patienten geraten in Panik, wenn sie in einen Verkehrsstau geraten und die Sauerstoffkanne nicht mehr genügend Vorrat hat. Diese Panikattacken und die Angst, den lebensnotwendigen Stoff nicht bei sich zu haben, nimmt mit der Zeit immer mehr zu. Die Spirale Atemnot Angst Panik, dadurch noch mehr Atemnot ist ein Teufelskreis, aus dem sich der Patient oft nicht mehr befreien kann. Die Patienten klammern sich an ihren Sauerstoffschlauch wie ein Ertrinkender an einen Strohhalm. Das führt zu lebensbedrohlichen Zuständen. Die Panik dieser Patienten überträgt sich natürlich auch auf den Partner, der hilflos zusehen muss, wie der Betroffene nach Luft ringt, blau anläuft und vielleicht sogar umfällt.

Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? An erster Stelle muss sich der Patient bewusst sein, dass er sich am Ende seiner schweren chronischen Lungenerkrankung befindet. Er benötigt trotz ausreichender und optimal angesetzter Medikamente Sauerstoff, wobei die Literzahl Sauerstoff/Minute im Laufe der Jahre immer mehr zunimmt und seine Belastbarkeit beängstigend abnimmt. Es ist per Definition eine chronisch-progrediente Erkrankung, die letztlich zum Tode führen wird. Im Gegensatz zu bösartig progredienten Erkrankungen setzt sich der Patient jedoch mit dieser terminalen Situation nicht auseinander, da er aus Erfahrung weiß, dass er immer wieder noch einmal davonkommt. Die Krankenhausaufenthalte oder die Intensivbehandlungen nehmen zwar im Laufe der Jahre zu, der Bedarf an Sauerstoff steigt, oft ist eine zusätzliche Beatmung notwendig. Trotzdem überwindet der Patient mit hohem medizinischem und technischem Aufwand die akuten Verschlechterungen. Mit dem Tod setzt er sich nicht auseinander, eine Patientenverfügung liegt meist nicht vor.

Durch dieses Auf-und Ab" der Erkrankung oder dem wellenförmigen Verlauf ist der Patient mit einer schweren chronischen Atemwegserkrankung immer sowohl ein Intensiv- als auch ein Palliativpatient. Die Übergänge sind fließend- trotzdem -kurative und palliative Therapieansätze schliessen sich nicht aus.. Unter Notfallbedingungen kann dem Patienten zum Beispiel mit einer Beatmung akut geholfen werden, aber irgendwann muss sich der Patient einmal entscheiden, ob er immer wieder eine lebensverlängernde Therapie wünscht, letztendlich eine lebenslängliche Abhängigkeit von einer Beatmungsmaschine.

In dem Moment, in dem sich der Patient zum ersten Mal mit seinem Krankheitszustand ernsthaft auseinandersetzt , braucht er eine gute, verständliche Aufklärung über

Behandlungsalternativen und eine gut formulierte Patientenverfügung, in der er genau bestimmt, was er im Falle einer akuten Verschlechterung für sich wünscht. Möchte er vom Notarzt auf die Intensivstation gebracht werden, um hier intubiert und beatmet zu werden? Stimmt er einem Luftröhrenschnitt zu, um evtl. dann bis zu seinem Lebensende an einer Heimbeatmungsmaschine zu hängen? Möchte er auf keinen Fall ins Krankenhaus eingewiesen werden, sondern durch den Hausarzt oder einen ambulanten palliativmedizinischen Dienst am Ende seines Lebens begleitet werden?

Diese Fragen muss er mit seinem Hausarzt oder Lungenfacharzt besprechen, aber auch mit seinen Angehörigen. Er hat ein Recht auf eine umfangreiche gute medizinische Aufklärung, um seine Prognose und Lebenserwartung zu kennen.

Zur Durchsetzung seiner Patientenverfügung braucht er, wenn er nicht mehr einwilligungsfähig ist, eine Person seines Vertrauens als Bevollmächtigten. Es hat sich bewährt diese Person möglichst aus der nächsten Generation zu wählen, um mit ihr genau zu besprechen, was für ihn Lebensqualität bedeutet. Seine Wertevorstellungen von einem guten Leben und einem Sterben in Würde und Autonomie kann nur er bestimmen. Nur mit einer konkreten Patientenverfügung hat er die Garantie, dass seine Behandlungswünsche auch akzeptiert und vor allem umgesetzt werden

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