Palliativmedizin

Die Aufgabe der Palliativmedizin besteht darin, Patienten mit weit fortgeschrittenen Krankheiten wieder Lebensqualität zu geben. Wenn der Patient von seinen Schmerzen oder anderen körperlichen Beschwerden weitgehend befreit ist, wird er sich plötzlich seiner psychischen, sozialen oder spirituellen Nöte bewusst. Im angelsächsischen wird dieses Leid als total pain bezeichnet. Ich würde diesen Schmerz als Trauer um den Verlust der psychischen Stabilität, den Verlust des Arbeitsplatzes, der Freunde, der Angehörigen oder des Glaubens bezeichnen. Trauerbegleitung ist aber auch genauso wichtig nach einer Trennung oder Scheidung.

Auf der Palliativstation werden Patienten behandelt, die sich meist in der Terminalphase einer schweren Erkrankung befinden. Dabei muss es sich nicht immer um eine bösartige Erkrankung handeln. Auch chronische Leiden, wie eine schwere COPD oder Herzschwäche haben als Therapieziel nicht mehr Lebensverlängerung um jeden Preis sondern Lebensqualität.

 

Hier fängt die ureigenste Aufgabe eines guten Arztes an. Der Arzt als Zuhörer und Begleiter und nicht mehr als Heiler mit seiner unangetasteteri Allmacht. "Wenn es nichts mehr zu tun, gibt, ist umso mehr zu tun". Diese Therapiezieländerung vom Heilen zum Lindern ist eine neue Herausforderung. für jeden Arzt.

 

Aber eine Palliativstation ist kein Hospiz. Sobald sich die Symptome wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen unter stationären Bedingungen gebessert haben, muss der Patient entlassen werden.

Palliativberatung

Wer aber begleitet den Patienten und seine Angehörigen zu Hause?

Wer informiert ihn über Möglichkeiten einer guten Symptomlinderung? 

 

Es ist gut neben einer professionellen Hilfe durch Pflegedienst und Brückenschwestern auch einen Palliativmediziner an seiner Seite zu wissen. Eine Studie hat ergeben dass die Angst vor Schmerzen mit 68 % genauso hoch liegt, wie die Angst, allein zu sein und niemanden zu haben, der zuhört. Je besser der Patient und seine Angehörigen über den Verlauf einer schweren Erkrankung und seinen Therapiemöglichkeiten informiert ist, umso besser kann er mit der begrenzten Zeit, die ihm noch zur Verfügung steht, umgehen.

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